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Die Auswirkungen steigender RAM-Preise auf den PC-Markt und den Endverbraucher

Ein warm beleuchteter Arbeitsplatz mit einem modernen, aufgeräumten PC-Tower, neben angedeuteten RAM-Riegeln auf dem Schreibtisch, eingefangen in natürlichem Tageslicht, das eine freundliche, einladende Stimmung für Technikbegeisterte und Kreative schafft.

Wer dieser Tage einen Blick auf die Hardwarepreise wirft, kommt an einem Trend kaum vorbei: Arbeitsspeicher (RAM) wird wieder teurer. Für Gamer, Kreativschaffende und PC-Enthusiasten stellt sich damit die Frage: Jetzt aufrüsten oder abwarten? Wir analysieren, was hinter den steigenden Preisen steckt und welche Auswirkungen dies auf den Markt und die Endverbraucher hat.

Warum steigen die RAM-Preise aktuell wieder?

Nachdem RAM-Preise in den letzten Jahren stark geschwankt haben, zeigt die Kurve 2025 wieder deutlich nach oben. Laut Daten des Marktforschungsunternehmens TrendForce stiegen die Preise für DRAM-Chips im dritten Quartal 2025 um durchschnittlich 18–23 % im Vergleich zum Vorquartal. Grund dafür ist eine Kombination mehrerer Faktoren:

  • Anziehende Nachfrage: Der weltweite Absatz von Gaming-PCs, KI-Systemen und Servern führt zu einem erhöhten Bedarf an RAM-Modulen.
  • Drosselung der Produktion: Hersteller wie Samsung, SK Hynix und Micron reduzieren seit 2023 ihre Produktionsmengen, um Verluste durch Überkapazitäten zu vermeiden.
  • Wechsel auf DDR5: Der Technologiewechsel hin zu DDR5 bei neuen Plattformen wie Intels Meteor Lake und AMDs Ryzen 8000 erhöht kurzfristig die Produktionskosten.

Besonders betroffen ist DDR5-Speicher: Laut einem Bericht von DRAMeXchange haben sich die Großhandelspreise für DDR5-Module im Jahresvergleich um über 45 % verteuert. Da immer mehr Geräte standardmäßig DDR5 benötigen, zieht dies auch DDR4-Preise langsam wieder mit nach oben.

Auswirkungen auf Gaming- und High-Performance-PCs

Gerade im Gaming- und Performance-Segment hat moderner RAM direkten Einfluss auf die Leistung. Games mit großem Texturstreaming, Content-Creation-Anwendungen und KI-gestützte Workflows benötigen oft 32 GB oder mehr. Die steigenden Preise treffen deshalb insbesondere diese Zielgruppe.

Ein Beispiel: Ein 32-GB-Kit DDR5-6000 (2×16 GB), das Mitte 2024 noch rund 110 Euro kostete, liegt mittlerweile bei 160 bis 180 Euro – eine Preissteigerung von über 45 %. Für Komplettsysteme wirkt sich das unmittelbar auf die Endpreise aus. Auch Aufrüstwillige, die ihre Plattform bereits auf DDR5 umgerüstet haben, müssen nun deutlich tiefer in die Tasche greifen.

Systemintegratoren und OEMs reagieren bereits: Viele Hersteller senken die Standard-Ausstattung künftiger Modelle auf 16 GB RAM oder verlangen Aufpreise für größere Mengen. Auch bei Gaming-Laptops beobachten Marktanalysten wie Jon Peddie Research eine Verlangsamung des Wachstums im Premiumsegment, partiell zurückzuführen auf teurere RAM-Komponenten.

Gibt es Alternativen oder Strategien zur Kostenkontrolle?

Trotz der angespannten Versorgungslage und steigender Preise gibt es Möglichkeiten, die Auswirkungen für Endverbraucher abzumildern. Hier sind drei praktische Empfehlungen:

  • Vorhandene Ressourcen optimieren: Tools wie RAMMap von Microsoft oder CleanMem helfen, übermäßigen RAM-Verbrauch zu identifizieren. Auch das Schließen von Hintergrunddiensten kann den freien Speicher signifikant erhöhen.
  • Gebrauchtmarkt nutzen: DDR4-Gebrauchtkomponenten sind derzeit noch vergleichsweise günstig erhältlich. Plattformen wie eBay oder Kleinanzeigen bieten teils 32-GB-Kits unter 80 Euro.
  • Timing und Marktzyklen beachten: Der RAM-Markt folgt typischen Zyklen. Historisch gesehen fallen die Preise oft Anfang des Jahres. Tools wie PCPartPicker oder Preisalarm-Funktionen auf Geizhals können beim Timing helfen.

Branchenstrategien: Wie reagiert die Industrie?

RAM-Hersteller zeigen sich derzeit risikoscheu und fahren ihre Kapazitäten nur langsam wieder hoch. Micron gab im Oktober 2025 an, seine DRAM-Fertigung weiterhin „kontrolliert“ zu lassen, obwohl der Bedarf insbesondere durch KI-Anwendungen stark wachse. Gleichzeitig investieren die Konzerne massiv in neue Chiptechnologien: SK Hynix etwa fokussiert auf HBM3E-Speicher für den Einsatz in KI-Systemen wie NVIDIA H200 und AMD Instinct MI300.

Das schrumpft das Angebot für Consumer-orientierten RAM. Laut einem Bericht von Reuters verlagert Samsung ab 2026 Teile seiner DRAM-Kapazitäten von Consumer- auf Enterprise-Produkte – eine Maßnahme, die das Angebot an klassischem DDR5 weiter verknappen dürfte.

Hinzu kommt der Trend zur Bündelung: Intel und AMD arbeiten enger mit OEMs zusammen, um optimierte RAM-Kits gleich mit den neuen Plattformen auszuliefern. Das verringert zwar die Nachrüstoptionen, kann aber Preisschwankungen beim Einzelkauf abfedern.

Langfristige Entwicklungen und Ausblick

Analysten erwarten, dass sich die Preise frühestens ab Mitte 2026 stabilisieren, wenn neue Fertigungslinien anlaufen und die DDR5-Produktion effizienter skaliert. Neue Standards wie DDR5-7600 und DDR6 sind technisch im Kommen, werden den Markt aber zunächst weiter verteuern. Dazu passt eine Prognose von Gartner, wonach der weltweite RAM-Markt bis Ende 2025 eine Wachstumsrate von 21,3 % erreichen und einen Umsatz von über 100 Milliarden USD erzielen wird.

Sinnvolle Aufrüstungen werden damit zu strategischen Entscheidungen. Für Systembauer und DIY-Enthusiasten heißt das: Plattformen mit Langzeitperspektive wählen, bei Bedarf auf modular aufrüstbare Systeme setzen und möglichst flexibel bleiben.

Fazit: RAM bleibt ein entscheidender, aber teurer Faktor

Die steigenden RAM-Preise zeigen eindrucksvoll, wie global vernetzt und empfindlich die Hardware-Wertschöpfungskette ist. Für Konsumenten und Profis wird es entscheidender denn je, die eigene IT-Planung an Marktentwicklungen anzupassen. Wer klug plant, kann dennoch aufrüsten – vielleicht mit etwas mehr Geduld und Marktgespür als in der Vergangenheit.

Wie geht ihr mit den steigenden RAM-Preisen um? Teilt eure Strategien und Erfahrungen in den Kommentaren und helft der Community, das Beste aus ihrer Hardware herauszuholen.

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