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Apple’s magere Auswahl 2025: Der radikale Schnitt im Produktportfolio

Ein hell erleuchtetes, modern eingerichtetes Wohnzimmer, in dem auf einem Tisch neben sanftem Tageslicht ein minimalistisches, elegantes Apple-Produktensemble mit aktuellen Geräten in klarem Fokus liegt und eine warme, einladende Atmosphäre von Fortschritt und harmonischer Reduktion ausstrahlt.

Apple hat 2025 eine der radikalsten Produktbereinigungen seiner Geschichte vorgenommen. Mit der Eliminierung von 25 Geräten und ikonischen Technologien wie Touch ID, LCD-Displays und dem Lightning-Anschluss spricht das Unternehmen eine klare Sprache: weniger ist mehr – vor allem im Blick auf Konsistenz, Innovation und Energieeffizienz.

Ein tiefer Schnitt mit klarer Strategie

Im Dezember 2025 bestätigte Apple offiziell die Einstellung von über zwei Dutzend Geräten, darunter mehrere Modelle der iPhone SE-Reihe, ältere iPads mit Home-Button, iPods sowie MacBooks mit veralteter Intel-Architektur und Touch Bar. Auch Zubehör mit Lightning-Anschluss wurde stillgelegt. Die Maßnahmen betreffen nicht nur die Hardware-Vielfalt, sondern auch grundlegende Technologien wie Touch ID und LCD.

Internen Berichten zufolge verfolgt Apple mit dem Abbau zwei Ziele: die Vereinheitlichung des Produktportfolios sowie die Optimierung der Lieferketten – ein vielfach geforderter Schritt angesichts steigender Produktionskosten und längerer Entwicklungszyklen.

Apple-Analyst Ming-Chi Kuo hatte bereits Anfang 2024 prognostiziert, dass Apple „eine aggressivere Verschlankung“ seines Portfolios anstrebt, um Ressourcen verstärkt auf neue Plattformen wie Spatial Computing und HealthTech umzuleiten. Diese Vermutungen bestätigen sich nun eindrucksvoll.

Goodbye Touch ID, Lightning & LCD – Technologischer Wandel mit Signalwirkung

Besonders auffällig ist der von vielen Apple-Nutzern emotional empfundene Abschied von Touch ID – einer Technologie, die seit dem iPhone 5s (2013) als ikonisches Sicherheitsfeature galt. Apple erklärte, Gesichtserkennung sei der neue Standard. Bereits die iPhone-15- und 16-Serien setzten flächendeckend auf Face ID, selbst im unteren Preissegment.

Die zweite Zäsur betrifft LCD-Displays. In Apples aktuellem Line-up ist kein einziges neues Gerät mehr mit LCD-Technologie ausgestattet – ein deutlicher Hinweis auf die vollständige Umstellung auf OLED. Die Vorteile liegen auf der Hand: schlankere Bauweise, höherer Kontrast sowie verbesserte Energieeffizienz. Analysten erwarten, dass OLED bis 2027 mehr als 80 % aller Smartphone-Displays weltweit ablösen wird (Statista 2025).

Am symbolträchtigsten ist jedoch das Ende des Lightning-Anschlusses. Bereits mit dem iPhone 15 hatte Apple 2023 auf USB-C umgestellt – nicht freiwillig, sondern gesetzlich erzwungen durch das einheitliche Ladegerätedekret der EU. Nun geht Apple weiter: Selbst Zubehör wie AirPods, Magic Mouse & Co. kommt 2025 nur noch mit USB-C. Damit verliert Lightning seinen letzten Anwendungsbereich – zwölf Jahre nach seiner Einführung.

Harte Schnitte, kalkulierte Risiken

Der Umfang der Produktbereinigung mag manche langjährigen Apple-User irritieren. Doch wirtschaftlich ist der Schritt nachvollziehbar. Laut einem Bericht von IDC vom Oktober 2025 reduzierte Apple durch die Maßnahmen die Zahl der SKUs im Hardwaresegment um über 35 %. Das senkt nicht nur Lagerkosten, sondern verbessert die Margen je Einheit – entscheidend in einem abgeschwächten Smartphone-Markt, dessen globales Wachstum 2025 bei nur 2,3 % liegt (Canalys, 2025).

Doch Apple setzt dabei auf mehr als nur Kosteneffizienz. Der Konzern verfolgt eine klare Integrationsstrategie: neue Geräte – vom iPhone bis zur Apple Vision Pro – sollen auf denselben Bausteinen basieren: M-Chips, OLEDs, USB-C und Face ID. Das schafft Synergien für Entwickler, beschleunigt Updates und stärkt das Ökosystem.

Ein konkretes Beispiel: iPad Air, iPad Pro sowie Studio Display teilen sich im Modelljahr 2025 nicht nur die Display-Technologie, sondern auch identische SoC-Architekturen. Für Entwickler bedeutet das weniger Fragmentierung, für Apple bessere Kontrolle über die User Experience.

Auswirkungen auf die Nutzerbasis

Während Tech-Enthusiasten den Wandel begrüßen, äußern Teile der Community Kritik: Besonders Nutzer, die den Home-Button oder Touch ID bevorzugten, fühlen sich von Apple „abgehängt“. Auch der Wegfall günstigerer LCD-Varianten erschwert preisbewussten Käufern den Einstieg. Die SE-Serie – lange Zeit das „Volksmodell“ unter den iPhones – wird wohl nicht fortgeführt.

Doch Apple kalkuliert mit diesen Reaktionen. Bereits mit der Einführung der Dynamic Island im iPhone 14 löste man zunehmend Bedienelemente vom Hardware-Layout ab – und schuf so einen sanften Übergang zu gestenbasierten Interfaces. Die Verkaufszahlen bestätigen den Kurs: Das iPhone 16 Pro verzeichnete laut Counterpoint Research im dritten Quartal 2025 einen Marktanteil von 17,8 % unter Premium-Smartphones – ein Allzeithoch in mehreren Märkten.

Für umstiegswillige Nutzer bleibt jedoch ein Restrisiko: Altes Zubehör verliert durch das Aus des Lightning-Standard seinen Nutzen – etwa bei Ladestationen oder Kfz-Halterungen. Auch sind Wartungs- und Reparaturdienste für LCD-basierte Geräte mit Home-Button künftig schwieriger verfügbar.

Der Blick nach vorn: OLED, Apple Silicon & neue Plattformen

Apple richtet sein zukünftiges Hardware-Line-up auf drei Kernpfeiler aus: erstens OLED-Technologie, zweitens Eigenentwicklungen im Bereich SoC (Apple Silicon) und drittens die Integration neuer Kategorien wie Spatial Computing. Die Abschaffung veralteter Technologien schafft Raum für Innovationen.

OLED ermöglicht Funktionen wie Always-On-Display, dynamisches Refresh-Rate-Management und bessere Lesbarkeit bei direkter Sonneneinstrahlung. Apple nutzt diese Vorteile zunehmend für Energiesparmodi und adaptive Bedienkonzepte – eine Technik, die besonders bei der Apple Watch und beim iPhone 16 Ultra zum Einsatz kommt.

Gleichzeitig geht der Ausbau von Apple Silicon ungebremst weiter. Im Oktober 2025 wurden macOS- und iPadOS-Geräte mit M4- und M4 Pro-Chips vorgestellt, die nicht nur leistungsfähiger sind als Intels Konkurrenzmodelle, sondern auch deutlich energieeffizienter. Ein Benchmark-Vergleich von AnandTech zeigt: Der M4 Pro verbraucht bis zu 48 % weniger Strom als ein vergleichbarer Intel Core i7 bei ähnlicher Leistung.

Das Ergebnis: Längere Akkulaufzeiten, leiserer Betrieb und geringerer Ressourcenverbrauch – ein zentraler Aspekt von Apples ambitionierten Klimazielen, die eine CO2-Neutralität in der gesamten Lieferkette bis 2030 anstreben.

Handlungsempfehlungen für Konsumenten und Entwickler

  • Frühzeitiger Umstieg planen: Wer noch Geräte mit Touch ID, Lightning oder LCD nutzt, sollte rechtzeitig auf neuere Modelle wechseln – Ersatzteile und Zubehör werden zunehmend rar.
  • Zubehör-Investitionen auf USB-C umstellen: Ladestationen, Adapter und Peripherie sollten auf den zukunftssicheren USB-C-Standard ausgerichtet werden, um Investitionen zu schützen.
  • Apps für neue Architekturen optimieren: Entwickler sollten ihre Software konsequent auf Apple Silicon und höher auflösende OLED-Displays angleichen, um von Performance-Reserven und neuen API-Funktionen zu profitieren.

Fazit: Der Preis der Bereinigung – oder der Beginn einer neuen Ära?

Mit der mutigen Reduktion ihres Produktportfolios markiert Apple eine Zäsur. Die Entscheidung, sich von alten Technologien zu verabschieden, mag für manche schmerzhaft sein – doch langfristig stärkt sie die Innovationskraft und Kohärenz der Plattform. In einem zunehmend komplexen Technologiemarkt verzichtet Apple damit bewusst auf maximale Auswahl zugunsten einer leistungs- und wachstumsorientierten Systemstrategie.

Für Nutzer bedeutet das: Ja, Veränderungen bringen Herausforderungen. Aber sie eröffnen auch neue Möglichkeiten – etwa durch leistungsfähigere Chips, brillantere Displays und stärker integrierte Nutzungserlebnisse. Entwickler und Konsumenten sind gut beraten, diesen Wandel aktiv mitzugehen.

Welche Erfahrungen habt ihr mit Apples neuen Geräten gemacht? Welche alten Technologien werden euch fehlen? Diskutiert mit uns in den Kommentaren!

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