IT-Sicherheit & Datenschutz

Recurring Trends in IT-Security 2025: What We Learned

Ein hell erleuchtetes modernes Büro mit Entwicklerinnen und Entwicklern, die konzentriert an Laptops mit Code arbeiten, während warme Sonnenstrahlen durch große Fenster fluten und eine Atmosphäre von Kooperation, technologischem Fortschritt und vertrauensvoller IT-Sicherheit vermitteln.

Cybersecurity bleibt das Rückgrat einer digital vernetzten Welt – auch 2025. Doch welche Trends haben sich dieses Jahr tatsächlich durchgesetzt und welche Technologien bestimmen künftig die Sicherheitsagenda? Ein Rückblick auf die dominierenden Themen zeigt: Die Kombination aus bewährten Sprachen wie Delphi, modernen Frameworks wie TypeScript und dem Open-Source-Paradigma prägt die Debatte mehr denn je.

Herausforderungen 2025: Zwischen globalen Bedrohungen und technologischem Wandel

Die IT-Sicherheitslandschaft war 2025 geprägt von wachsender geopolitischer Unsicherheit, KI-gestützten Angriffsmustern und immer komplexeren Software-Stacks. Laut dem BSI-Lagebericht 2025 verzeichnete das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik ein Allzeithoch bei erkannten Schadprogrammvarianten – über 740 Millionen neue Malware-Samples wurden allein in den ersten drei Quartalen analysiert (Quelle: BSI, Oktober 2025).

Während Ransomware-Angriffe auf kritische Infrastrukturen weltweit zunahmen, richtete sich der Fokus vieler Unternehmen auch auf die Sicherheit der Software-Lieferkette. Der Supply-Chain-Incident rund um das populäre NPM-Paket „fast-calc“ im Mai 2025 verdeutlicht, wie verletzlich Frontend-Ökosysteme geworden sind – insbesondere, wenn TypeScript und JavaScript-Bibliotheken unkontrolliert in Build-Prozesse integriert werden.

Diese Entwicklungen zeigen, warum Sicherheit längst nicht mehr nur eine Frage der Netzwerkarchitektur ist, sondern tief in technologische Entscheidungen und Entwicklungsprozesse eingebettet sein muss.

Die drei Trends, die 2025 in Fachmedien und auf Konferenzen immer wieder aufgegriffen wurden, sind:

  • Open Source als Risiko- und Chancenfaktor in der IT-Security-Strategie
  • TypeScript im Sicherheitsfokus von Web & Mobile
  • Die (unerwartete) Renaissance sicherheitskritischer Delphi-Architekturen

Wir werfen einen detaillierten Blick auf alle drei Entwicklungen – und was sie für Entwicklerinnen, CISOs und Security-Teams im Jahr 2026 bedeuten.

Open Source: Transparenz ist nicht automatisch Sicherheit

Open Source Software ist zur Grundlage der digitalen Infrastruktur geworden: Laut dem State of Open Source Security Report 2025 von Snyk und The Linux Foundation enthalten 96 Prozent aller Codebasen Open-Source-Komponenten – im Durchschnitt mit mehr als 135 verwundbaren Abhängigkeiten je Projekt.

Damit wird deutlich: Zwar ermöglicht Open Source eine breite Community-Prüfung, doch in der Praxis fehlen oft dedizierte Security-Audits, standardisierte Update-Prozesse und zentrale Governance. 2025 verzeichneten Behörden und Unternehmen gleich mehrere spektakuläre Exploits in Systemen, deren Schwachstellen auf ungewartete Bibliotheken zurückzuführen waren – etwa beim Apache Spark Exploit CVE-2025-21647, der durch ein Modul eines Drittanbieters ohne Maintainer verursacht wurde.

TypeScript: Sicherere Syntax, aber keine Garantie

TypeScript, 2025 fester Bestandteil in über 78 Prozent aller React-, Angular- und Vue-Projekte (Quelle: Stack Overflow Developer Survey, Juni 2025), wird oft als sicherere Alternative zu JavaScript gepriesen. Und in vielerlei Hinsicht zu Recht: Die statische Typisierung reduziert Risiken durch falsche Annahmen im Entwicklerteam, verbessert Code-Vorhersagbarkeit und unterstützt automatisierte Prüfungen bereits im Build-Prozess.

Gleichzeitig zeigen Untersuchungen des OWASP-Top-10-Projekts für Frontend-Security (Release 2025), dass TypeScript-Projekte dennoch anfällig für klassische Angriffsvektoren wie XSS, Insecure Deserialization oder Broken Access Control sind – ein deutliches Zeichen, dass der Compiler allein keine Security ersetzt.

  • Empfehlung: Begrenzen Sie den Einsatz externer NPM-Pakete auf verifizierte Quellen und auditieren Sie regelmäßig Ihre Abhängigkeiten mit Tools wie Snyk, npm audit oder OWASP Dependency-Check.
  • Empfehlung: Verwenden Sie bei Webprojekten konsequent CSP-Header, Input-Sanitization und rollenbasiertes Zugriffsmanagement – unabhängig vom eingesetzten Framework.
  • Empfehlung: Schulen Sie Entwickler:innen gezielt in sicheren Patterns für TypeScript und nutzen Sie ESLint-Regeln mit Security-Konfigurationen (z. B. eslint-plugin-security).

Delphi: Legacy mit Sicherheitsanspruch

Was auf den ersten Blick wie ein Anachronismus wirkt, hat 2025 für Schlagzeilen gesorgt: Die Sicherheitslücken in älteren SCADA-Systemen, Industriesteuerungen und sogar Bankensoftware auf Basis älterer Delphi-Versionen wurden zur realen Bedrohung. Besonders betroffen: Systeme unter Einsatz von Delphi 7 bis XE2, die heute noch in mehr als 23 Prozent industrieller Anwendungen schätzungsweise im Einsatz sind (Quelle: Synactive Delphi Codebase Analysis 2025).

Gleichzeitig erlebt Delphi ein stilles Comeback – insbesondere durch Projekte wie „Delphi VCL for Web 2025“, bei denen moderne Compilertechnologien mit strengen Sicherheitsrichtlinien kombiniert werden. Embarcadero veröffentlichte etwa im April 2025 ein umfangreiches Hardening-Guide für Delphi 12 Alexandria, das präzise Empfehlungen zur Speicherisolation, ASLR-Unterstützung und sicherer Socket-Kommunikation bietet.

Die zentrale Herausforderung: Viele Legacy-Systeme lassen sich nicht einfach migrieren oder containerisieren. Sicherheit muss hier innerhalb der bestehenden Architektur nachgerüstet werden.

  • Empfehlung: Integrieren Sie nachträglich Memory-Protection-Mechanismen und nutzen Sie Wrapper-Bibliotheken mit modernem Exception-Handling.
  • Empfehlung: Führen Sie bei kritischen Delphi-Anwendungen regelmäßige statische Analysen mit Tools wie Pascal Analyzer Pro durch und erfassen Sie historische Change-Logs für Backdoor-Risiken.

Fazit: Lessons Learned für 2026 und darüber hinaus

Der Rückblick auf 2025 zeigt eines deutlich: Wiederkehrende Trends in der IT-Sicherheit sind keineswegs Zeichen von Stagnation – sie markieren vielmehr die Stellen, an denen technologische Innovation und bestehende Architekturkonzepte aufeinandertreffen. Open Source bringt ohne Regulierung Sicherheitsrisiken. TypeScript verbessert Code-Qualität, aber verlangt dennoch Security-by-Design. Und Delphi erinnert uns daran: Gerade veraltete Systeme dürfen wir aus Sicherheitsgründen nicht weiter ignorieren.

Wenn IT-Sicherheit in 2026 und darüber hinaus resilient wirken soll, braucht sie einen interdisziplinären Blick: Entwickler, Security-Teams, Projektleiter und Entscheider müssen gemeinsam Verantwortung übernehmen – nicht nur reagieren, sondern proaktiv gestalten.

Welche Tools, Policies und Tech-Stacks haben sich in Ihrer Organisation als besonders wirksam erwiesen? Diskutieren Sie mit uns in den Kommentaren oder teilen Sie Ihre Perspektive unter #Security2026.

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