Datenschutz, Passwortsicherheit und Zugriffskontrolle sind für kleine Unternehmen essenziell – aber oft auch herausfordernd. Ohne IT-Abteilung oder Budget für teure Enterprise-Lösungen bleiben Sicherheitslücken oft unentdeckt. Der Open-Source-Passwortmanager Psono verspricht hier Abhilfe: performant, sicher und selbst gehostet.
Warum kleine Unternehmen eine Passwortstrategie brauchen
Cyberangriffe auf kleine und mittlere Unternehmen (KMU) nehmen seit Jahren zu. Laut dem Bericht „Cyber Security in Numbers 2024“ des Digitalverbands Bitkom verzeichneten 79 % aller KMUs in Deutschland 2023 mindestens einen sicherheitsrelevanten Vorfall. Kein Wunder, denn Passwörter zählen noch immer zu den größten Einfallstoren für Angreifer.
In vielen Unternehmen werden Zugangsdaten unverschlüsselt gespeichert, per E-Mail versendet oder über Messenger-Dienste geteilt. Eine erschreckende Zahl: Laut dem Verizon Data Breach Investigations Report 2023 waren 74 % aller erfolgreichen Cyberangriffe auf menschliches Fehlverhalten zurückzuführen – insbesondere schwache oder mehrfach verwendete Passwörter.
Psono: Ein Open-Source-Passwortmanager für Teams
Psono ist ein plattformunabhängiger, verschlüsselter Passwortmanager, der sich besonders für kleine und mittlere Unternehmen eignet. Im Gegensatz zu vielen kommerziellen Angeboten ist Psono quelloffen und lässt sich vollständig in der eigenen Infrastruktur betreiben.
Seit seiner Veröffentlichung im Jahr 2018 hat sich das von einem deutschen Entwicklerteam gestartete Projekt durch stetige Weiterentwicklung in der Security-Community etabliert. Unter der AGPLv3-Lizenz wird der Quellcode auf GitHub offen gepflegt. Die Lösung unterstützt sowohl Einzelanwender als auch Teams mit granularer Rechtevergabe und hierarchischer Passwort-Verwaltung.
Sicherheitsarchitektur und Verschlüsselungstechnologie
Im Zentrum von Psonos Sicherheitsmodell steht die clientseitige Verschlüsselung. Das bedeutet: Passwörter werden ausschließlich im Browser des Nutzers verschlüsselt – noch bevor sie den Server erreichen. Selbst bei einem Servereinbruch bleiben gespeicherte Daten unlesbar für Angreifer.
Die eingesetzte Kryptografie folgt modernen Standards: AES-GCM mit 256 Bit wird zur symmetrischen Verschlüsselung genutzt, zusätzlich werden Schlüssel mittels PBKDF2 mit einem hohen Iterationswert abgeleitet. Die Zero-Knowledge-Architektur sorgt dafür, dass nicht einmal der Serverbetreiber Zugriff auf die Klartextdaten hat.
Psono bietet darüber hinaus Zwei-Faktor-Authentifizierung (2FA), Hardware-Token-Support (FIDO2, YubiKey) und integrierte Sicherheitsrichtlinien wie Passwort-Rotation und Audit-Logs.
Open Source = Vertrauen + Kontrolle
Gerade für sicherheitsbewusste Unternehmen bietet Open Source einen entscheidenden Vorteil: Transparenz. Der Code von Psono ist öffentlich einsehbar und wurde bereits mehrfach von externen Sicherheitsexperten geprüft und auditiert. Zudem können Unternehmen entscheiden, ob sie Psono in ihrem eigenen Rechenzentrum betreiben oder auf ihrem bevorzugten Cloud-Anbieter installieren möchten.
Diese Kontrolle ist besonders für Unternehmen in regulierten Branchen entscheidend – etwa im Finanz-, Gesundheits- oder Bildungswesen, wo Datenhoheit und DSGVO-Compliance zentrale Anforderungen sind.
Funktionsübersicht für den Unternehmenseinsatz
Die Community-Version von Psono bietet bereits zahlreiche Funktionen:
- Mandantenfähiges Servermodell mit LDAP-Integration
- Team-Management mit Gruppen- und Rollensteuerung
- Teilbarkeit von Tresoren und einzelnen Einträgen
- Zugriffskontrolle über Berechtigungs-Levels
- Browser-Erweiterungen für Chrome, Firefox, Edge
- CLI-Tools und REST-API für Automatisierung
Darüber hinaus stellt Psono eine kostenpflichtige Enterprise-Version zur Verfügung, die zusätzliche Features wie SAML-Unterstützung, erweitertes Monitoring und Support bietet – ideal für wachsende KMUs.
Vergleich mit proprietären Alternativen
Zu den bekannten kommerziellen Lösungen zählen unter anderem 1Password, LastPass oder Bitwarden (letzteres ebenfalls Open Source, aber häufig als SaaS genutzt). Während diese Anbieter meist auf Cloud-Infrastruktur setzen, erlaubt Psono vollständiges Self-Hosting – inklusive Datenbank, Secrets-Server und Web-Interface.
Gerade für datenschutzorientierte Unternehmen mit Remote-Teams oder verteilten Standorten ist die freie Wahl der Infrastruktur ein Wettbewerbsvorteil. Auch im Kostenvergleich kann Psono punkten: Während SaaS-Angebote auf Nutzer-basierten Lizenzen beruhen, entstehen bei Psono lediglich Hosting- und Wartungsaufwand.
Statistik: Sicherheitsbewusstsein in deutschen KMUs
Laut einer Umfrage von Statista (2024) investieren nur 38 % der kleinen Unternehmen mit < 50 Mitarbeitern gezielt in Passwortsicherheit. Dabei zeigt dieselbe Studie, dass 62 % aller IT-bezogenen Sicherheitsvorfälle auf schlechte Passwortpraktiken zurückzuführen sind.
Drei praxisnahe Handlungsempfehlungen für KMUs
Wie können kleine Unternehmen konkret von Psono profitieren? Hier sind drei Empfehlungen für den Einstieg:
- Selbst-Hosting mit Container-Lösung: Installieren Sie Psono über Docker-Container für eine schnelle, robuste und skalierbare Inbetriebnahme im eigenen Netzwerk.
- Onboarding-Schulung für Mitarbeitende: Schulen Sie Ihr Team in der sicheren Passwortverwendung und im Umgang mit Psono – etwa durch kurze Webinare oder Videotrainings.
- Regelmäßige Auditierung & Passwort-Hygiene: Nutzen Sie die eingebauten Sicherheitsberichte von Psono, um schwache Passwörter aufzuspüren und Richtlinien zur regelmäßigen Rotation durchzusetzen.
Community-Engagement und künftige Entwicklung
Ein starkes Plus im Open-Source-Kontext ist die lebendige Community. Psono wird regelmäßig aktualisiert, unterstützt durch ein aktives Forum sowie GitHub-Issues und Pull Requests. Die Entwickler reagieren schnell auf Sicherheitslücken und Verbesserungsvorschläge. Für die Zukunft sind Features wie Passwort-Sharing mit Ablaufdatum, Secrets für DevOps-Workflows und mobile Apps geplant.
Auch Integrationen mit gängigen Identity-Management-Systemen (z. B. Keycloak, Azure AD) werden ausgebaut – was die Lösung für hybride IT-Landschaften attraktiver macht.
Fazit: Ein starker Kandidat für KMUs mit Sicherheitsbewusstsein
Psono ist nicht nur ein Passwortmanager, sondern ein offenes Ökosystem zur sicheren Verwaltung digitaler Identitäten. Open Source, mandantenfähig, auditierbar – und vollständig unternehmenskontrolliert. Gerade für KMUs mit begrenztem Budget, aber hohen Anforderungen an Datenschutz und IT-Sicherheit ist Psono eine überzeugende Alternative zu proprietären Cloud-Anbietern.
Wer auf der Suche nach einer flexiblen, sicheren Lösung für Passwortmanagement ist, sollte Psono definitiv in Erwägung ziehen – und zur Weiterentwicklung des Tools beitragen. Die Open-Source-Community lebt von Austausch und Engagement: Teilen Sie Ihre Erfahrungen in Foren, auf GitHub oder in Tech-Talks!




