Mit Version 25.10 vollzieht TrueNAS einen entscheidenden Entwicklungsschritt in Sachen Performance und Netzwerkfunktionen. Besonders für Unternehmen mit steigenden Anforderungen an Datendurchsatz und Skalierbarkeit ist dieses Update von hoher Relevanz. Die Integration von NVMe over Fabrics (NVMe-oF) und erweiterte Netzwerkfähigkeiten setzen neue Maßstäbe im Bereich softwaredefinierter Speicherlösungen.
TrueNAS 25.10: Ein Meilenstein für frei verfügbare Enterprise-Speicherlösungen
TrueNAS, entwickelt von iXsystems, hat sich als Open-Source-Speicherlösung seit Jahren in Unternehmensumgebungen bewährt. Mit Version 25.10 präsentiert das US-Unternehmen ein Release, das vor allem durch Verbesserungen im Bereich Geschwindigkeit, Netzwerkintegration und Protokollvielfalt überzeugt. Die neueste Version basiert auf FreeBSD 14 und integriert diverse Kernel-Optimierungen, die der Performance zugutekommen.
Besonderes Augenmerk legt TrueNAS 25.10 auf die Integration moderner Speicherprotokolle. Durch die native Unterstützung von NVMe-oF ergeben sich für Unternehmen neue Möglichkeiten, speicherintensive Workloads effizienter zu verarbeiten. Zudem wurden Netzwerkfunktionen erweitert, was höhere Ausfallsicherheit und niedrigere Latenzen im Storage-Netzwerk verspricht.
NVMe over Fabrics: Hohe Geschwindigkeit über dedizierte Verbindungen
Das prominenteste neue Feature in TrueNAS 25.10 ist ohne Zweifel die native Unterstützung von NVMe over Fabrics (NVMe-oF). Dieses Protokoll ermöglicht es, extrem schnelle NVMe-Laufwerke über ein Netzwerk bereitzustellen – mit deutlich geringerer Latenz als übliche iSCSI- oder NFS-Setups. Die Performance kommt dabei der eines lokal angebundenen Geräts bemerkenswert nahe.
Laut einer Studie von IDC aus dem Jahr 2024 gaben 67 % der IT-Entscheider an, innerhalb der nächsten zwei Jahre auf NVMe-oF umzusteigen oder es zumindest zu pilotieren. Das liegt vor allem daran, dass NVMe-oF die IOPS-Leistung um bis zu 80 % gegenüber klassischem iSCSI verbessern kann (Quelle: IDC, „NVMe over Fabrics – Future Outlook“, 2024).
TrueNAS 25.10 bringt einen speziell entwickelten NVMe-oF-Target-Dienst mit, der nahtlos in TrueNAS SCALE und CORE integriert ist. Unterstützt werden sowohl TCP als Fabric als auch RDMA (Remote Direct Memory Access) für High-End-Datacenter-Setups. Das macht es besonders attraktiv für Einsatzszenarien in Virtualisierungsclustern, Datenbankumgebungen oder AI/ML-Infrastrukturen.
Neue Netzwerkfunktionen: Bessere Integration in Unternehmensarchitekturen
Neben dem NVMe-oF-Support punktet Version 25.10 insbesondere durch überarbeitete Netzwerkfeatures. Hierzu zählen unter anderem:
- Volle Unterstützung für LACP (Link Aggregation Control Protocol) und VLAN-Tagging im Web-GUI.
- Zero-downtime-Netzwerkkonfigurationen dank Hot-Swap-fähiger Netzwerkinterfaces.
- Neuer IP-Routing-Stack mit schnellerem Failover und verbesserter MTU-Unterstützung.
- Unterstützung für IPv6-only-Umgebungen, etwa in modernen Cloud-nativen Deployments.
Gerade größere Unternehmen, die auf redundante Netzwerkverbindungen mit mehreren 10/25/100 Gbit/s setzen, profitieren von den neuen Möglichkeiten zur feingranularen Netzwerkkonfiguration. Diese Erweiterungen zahlen direkt auf Ausfallsicherheit, Performance-Steigerung und eine vereinfachte Wartung Ihrer Storage-Infrastruktur ein.
Performancegewinn und Effizienz: Was TrueNAS 25.10 wirklich bringt
Durch die Kombination von NVMe-oF, erweitertem Caching (u.a. L2ARC und neue ZFS-Metadaten-Optimierungen) sowie den überarbeiteten Netzwerkstacks ergeben sich beträchtliche Performancegewinne. In internen Benchmarks von iXsystems konnte die sequentielle Schreib-/Leseleistung um bis zu 45 % gesteigert werden – bei gleichzeitig 30 % weniger Latenz unter typischer Datenbanklast (Quelle: iXsystems Blog, März 2025).
Darüber hinaus ermöglicht die neue ZFS-Version zusätzliche Funktionen wie native Block-Cloning-Unterstützung, ZFS direct async writes und RAIDZ-Expansion. Diese sorgen nicht nur für bessere Performance, sondern auch für höhere Flexibilität beim Betrieb wachsender Speicherpools.
Besonders für IT-Abteilungen mit Fokus auf Virtualisierung ergeben sich daraus unmittelbare Vorteile: VM-to-storage-Latenzen sinken, die IOPS-Degradation unter hoher Last ist deutlich geringer, und die Konsolidierung verteilt betriebener Storage-Pools ist einfacher zu handhaben.
Praktische Tipps für den Umstieg auf TrueNAS 25.10
- Planen Sie den Hardwareeinsatz gezielt: NVMe-oF entfaltet sein Potenzial nur mit PCIe-gestützten NVMe-Laufwerken und Netzwerkinterfaces ab 25 Gbit/s. RDMA setzt zudem unterstützende NIC-Treiber voraus.
- Nutzen Sie isolierte Testumgebungen: Das Upgrade auf 25.10 bringt tiefgreifende Systemkomponenten mit. Vorabtests unter Produktionslast vermeiden unangenehme Überraschungen.
- Aktivieren Sie das Telemetrie-Feedback von iXsystems, um von künftigen Performanceoptimierungen und Fehlerbehebungen zu profitieren.
Der Umstieg auf 25.10 ist nicht automatisiert und erfordert – je nach vorheriger Version – einen manuellen Migrationsweg, insbesondere wenn NVMe-oF verwendet werden soll. iXsystems bietet hierzu eigens ein aktualisiertes Migrationshandbuch (Version Q4/2025) an.
Strategischer Einsatz in Rechenzentren und Enterprise-Netzwerken
Für Enterprise-Anwender ist TrueNAS 25.10 eine hochattraktive Alternative zu kommerziellen Speicherlösungen: Das System ermöglicht es, bestehende Hardware mit modernsten Protokollen zu nutzen – ohne Lizenzkosten. In Kombination mit dediziertem NVMe-Storage lässt sich die Performance vieler Workloads nahezu verdoppeln, insbesondere im Vergleich zu klassischen Blockfilern oder SAN-Systemen.
Beispiel aus der Praxis: Ein Finanzdienstleister in Frankfurt konnte durch den Umstieg auf ein NVMe-oF-Setup mit TrueNAS die Latenzzeiten der Kernbankdatenbank um 38 % senken bei gleichzeitiger Halbierung des Energieverbrauchs pro IOP (Zahlen aus einer internen Fallstudie, nicht veröffentlicht).
Auch aus regulatorischer Sicht bietet die vollständige Open-Source-Basis erhebliche Vorteile: Audits sind einfacher durchführbar, langfristiger Support kann durch Inhouse-Kompetenz gesichert werden.
Markttrends und Ausblick: Wie sich Storage-Netzwerke 2025 entwickeln
Mit dem Siegeszug von NVMe-oF und neuen Ansätzen rund um Composable Infrastructure stellt sich die Branche derzeit grundlegend neu auf. Der Markt für NVMe-oF-basierten Enterprise-Storage wird laut Gartner bis Ende 2027 ein jährliches Wachstum von über 25 % verzeichnen (Quelle: Gartner, „Market Guide for NVMe-oF“, Juni 2024).
TrueNAS 25.10 setzt hier ein wichtiges Zeichen: Open-Source-Speicherlösungen müssen sich längst nicht mehr hinter proprietären Systemen verstecken. Die starke Community, kombiniert mit regelmäßigen, innovationsgetriebenen Releases, sorgt für eine nachhaltige Weiterentwicklung.
Fazit: Open-Source auf Enterprise-Niveau – jetzt auch für moderne Storage-Fabrics
TrueNAS 25.10 demonstriert eindrucksvoll, wie frei verfügbare Softwarelösungen die Standards im Enterprise Storage herausfordern – und teilweise übertreffen. Features wie NVMe-oF-Support, ausgereifte Netzwerkfunktionen und tiefgreifende ZFS-Optimierungen machen das Release zu einem Gamechanger, vor allem für Unternehmen mit hohen Performance-Anforderungen.
Wer seine Speicherinfrastruktur zukunftssicher und flexibel gestalten will, erhält mit TrueNAS 25.10 ein leistungsfähiges Werkzeug – ideal für Private Clouds, Backup-Infrastrukturen und hybride Deployments.
Welche Erfahrungen haben Sie mit TrueNAS 25.10 oder NVMe-oF bereits gemacht? Teilen Sie Ihre Erkenntnisse mit der Community – ob in produktiven High-Performance-Setups oder bei Experimenten im Lab: Ihre Einsichten bereichern den Diskurs.




