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Kühltechnologien der Zukunft: Wie ebm-papst Rechenzentren effizienter macht

Ein strahlend hell erleuchteter, moderner Serverraum mit sauber angeordneten, glänzenden Racks und dezent integrierten, leise arbeitenden Ventilatoren, dessen warme natürliche Lichtstrahlen ein Gefühl von Innovation, Effizienz und nachhaltiger Zukunftstechnologie vermitteln.

Wachsende IT-Infrastrukturen und steigende Rechenlasten treiben den Energiebedarf von Rechenzentren in neue Höhen. Kein Wunder, dass der Fokus auf energieeffiziente Kühllösungen immer stärker rückt. Der Ventilatoren- und Antriebsspezialist ebm-papst zeigt mit vernetzten, intelligenten Kühlsystemen, wie sich Effizienz, Nachhaltigkeit und Performance in Einklang bringen lassen.

Der Kühlbedarf steigt – und mit ihm der Effizienzdruck

Rechenzentren sind das Rückgrat der digitalen Wirtschaft. Doch der dafür erforderliche Stromverbrauch hat besorgniserregende Ausmaße erreicht. Laut dem International Energy Agency (IEA) Report „Electricity 2024“ verbrauchten Rechenzentren weltweit bereits im Jahr 2022 rund 240–340 Terawattstunden (TWh). Bis 2026 könnte sich dieser Verbrauch sogar auf bis zu 800 TWh verdreifachen – das entspricht dem Stromverbrauch Deutschlands für ein ganzes Jahr.

Ein Großteil dieser Energie entfällt auf die Kühlung. Schätzungen variieren je nach Klima und Effizienzniveau, doch laut Uptime Institute machen die Kühlprozesse in modernen Rechenzentren rund 30–40 % des gesamten Strombedarfs aus. Die Bedeutung effizienter Kühllösungen ist damit unumstritten – sowohl aus Kostensicht als auch zur Einhaltung von Nachhaltigkeitszielen.

Hier setzt ebm-papst an: Mit intelligenten Ventilatoren, axialen Hochleistungslösungen und smarten Cloud-Anbindungen will das süddeutsche Unternehmen die Kühlung von Rechenzentren revolutionieren.

ebm-papst: Vom Ventilator zum smarten Klimamanager

ebm-papst mit Sitz in Mulfingen ist seit Jahrzehnten führend im Bereich hocheffizienter EC-Ventilatoren (EC = Electronically Commutated). Die vielfältigen Anwendungen reichen von Industrie- und Gebäudetechnik bis zur Automotive-Branche. In den letzten Jahren hat das Unternehmen gezielt in Innovationen für kritische Infrastrukturen investiert – Rechenzentren inklusive.

Im Zentrum stehen modular skalierbare Kühlsysteme, bei denen EC-Ventilatoren nicht nur Luft bewegen, sondern als Bestandteil eines intelligenten Gesamtsystems agieren. Mit der „AxiForce“-Serie beispielsweise bietet ebm-papst kompakte Axialventilatoren, die speziell für enge Bauraumvorgaben von Racksystemen optimiert wurden. Dank innovativer Flügelformen und EC-Technologie erreichen sie hohe Volumenströme bei gleichzeitig geringem Energieverbrauch und reduzierter Geräuschemission.

Ein weiterer Meilenstein ist die Integration smarter Steuerungskomponenten, etwa mit dem hauseigenen IoT-Gateway „ebm-papst connect“. Damit lassen sich Ventilatoren in Echtzeit überwachen, digital regeln und vorrausschauend warten – ein echter Quantensprung für die Zuverlässigkeit und Flexibilität moderner Rechenzentrumsbetriebstechnik.

Strom sparen mit System – die Rolle vernetzter Kühltechnik

Einzeln betrachtet steht jeder Ventilator für einen Fortschritt. Doch der eigentliche Effizienzgewinn liegt in der Systemintegration. Digitale Kühlketten, bei denen Lüfter, Sensorik, Kühlmittelkreisläufe und Gebäudeleittechnik miteinander kommunizieren, erlauben lastadaptive Steuerung, präzises Temperaturmanagement und Datenanalyse in Echtzeit.

Durch den Einsatz vernetzter ebm-papst-Komponenten können Betreiber etwa Wärmezonen frühzeitig identifizieren, Lüfterdrehzahlen intelligent anpassen oder Störungen antizipieren, bevor sie zu Ausfällen führen. Die Vorteile sind vielfältig:

  • Reduktion des Energieverbrauchs: Intelligente Steuerung senkt den Stromverbrauch typischerweise um 20–30 %.
  • Höhere Verfügbarkeit: Predictive Maintenance vermeidet Ausfälle durch vorausschauende Wartungszyklen.
  • Flexibilität: Skalierbare Systeme lassen sich mühelos an wachsende Anforderungen anpassen.

Ein Praxisbeispiel liefert ein Rechenzentrums-Projekt in den Niederlanden: Durch den Einsatz der intelligenten AxiBlade-Ventilatoren von ebm-papst – kombiniert mit einem datengetriebenen Regelungskonzept – konnte der Energiebedarf der Kaltlufteinheiten gegenüber klassischen Systemen um 28 % gesenkt werden (Quelle: ebm-papst Case Study 2025).

Herausforderung: dynamische Lastspitzen und hoher Hitzedruck

Moderne Rechenzentren stehen vor neuen betrieblichen Herausforderungen. Getrieben durch KI-Workloads, Cloud-Bursting und Edge-Computing entstehen hohe thermische Lastspitzen in sehr kurzer Zeit. Herkömmliche Kühllösungen kommen hier schnell an ihre Grenzen.

ebm-papst begegnet dieser Dynamik mit hochresponsiven Lüfterdesigns und Echtzeit-Datenverarbeitung. EC-Ventilatoren zeichnen sich durch eine direkte Ansprechbarkeit und stufenlose Regelbarkeit aus, was gerade bei stark schwankenden Lasten einen immensen Vorteil bietet. Kombiniert mit intelligenten Bus-Systemen – wie MODBUS RTU oder CANopen – können Temperatur-, Feuchte- oder Differenzdrucksensoren direkt in die Steuerlogik einfließen.

Die Kombination aus Steuerungseffizienz, schneller Regelreaktion und dezentraler Intelligenz erlaubt es, auch auf kurzfristige thermische Stresssituationen adäquat zu reagieren.

Kühlung trifft Klimaneutralität: Nachhaltigkeit mitdenken

Der internationale Druck auf Betreiber von Rechenzentren, den CO₂-Fußabdruck zu verringern, wächst. So müssen große Rechenzentren in der EU ab 2027 umfangreiche Nachhaltigkeitsdaten veröffentlichen (Regelung im Rahmen des EU Data Act). Maßnahmen zur Energieeffizienz und Klimaneutralität sind daher kein Bonus mehr – sie sind regulatorisch verpflichtend.

ebm-papst verfolgt bei der Produktentwicklung ein konsequentes „GreenIntelligence“-Konzept: Das bedeutet durchgehende Effizienz über den gesamten Lebenszyklus, von der Produktion über den Einsatz bis hin zum Recycling. Laut Unternehmensangaben erreicht ein typischer EC-Radialventilator der neuesten Generation eine Einsparung von bis zu 70 % gegenüber konventionellen AC-Lüftern.

Zusätzlich lassen sich durch Digitalisierung auch Nachhaltigkeitskennzahlen wie der Power Usage Effectiveness (PUE) verbessern. Der PUE-Wert beschreibt das Verhältnis von Gesamtenergieverbrauch zu reiner IT-Leistung. Während der Branchendurchschnitt laut Uptime Institute 2023 noch bei 1,55 lag, ermöglichen smarte Kühllösungen laut ebm-papst den Betrieb mit Werten unter 1,3 – ein signifikanter Sprung.

Empfehlungen für Rechenzentrumsbetreiber

Um die Potenziale intelligenter Kühltechnologien vollständig zu nutzen, sollten Unternehmen folgende Schritte in Betracht ziehen:

  • Bestandsaufnahme der Kühlinfrastruktur: Eine detaillierte Analyse aktueller Lüftungstechnik und ihrer Leistungswerte schafft Transparenz über Verbesserungspotenziale.
  • Integration digitaler Steuerungen: Vernetzte Regelsysteme, etwa via MODBUS, BACnet oder MQTT, ermöglichen eine präzise und automatisierte Klimaregulierung.
  • Erstellung eines PUE-Optimierungsplans: Setzen Sie gezielte Maßnahmen zur Reduktion des PUE-Werts – z. B. durch Austausch von AC- durch EC-Ventilatoren – und verknüpfen Sie diese mit Nachhaltigkeitszielen.

Fazit: Zukunft braucht intelligente Kühlung

Die Anforderungen an Rechenzentren wachsen rasant – sowohl in puncto Leistungsfähigkeit als auch beim Thema Nachhaltigkeit. Ebm-papst zeigt mit smarten, vernetzten Kühllösungen, wie sich beides unter einen Hut bringen lässt. Durch die intelligente Vernetzung von Effizienztechnologien, IoT und Lifecycle Thinking entsteht ein neues Level an Betriebssicherheit und Energieeffizienz.

In einer Branche, in der jede Kilowattstunde zählt, wird die Kühlung zum strategischen Faktor. Wer jetzt investiert, wird nicht nur klimafit, sondern auf lange Sicht auch wirtschaftlich stärker aufgestellt sein. Wie sieht deine Kühlinfrastruktur aus? Teile deine Erfahrungen und Fragen mit der Community – und gestalte mit uns die Rechenzentren der Zukunft.

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